Mittwoch, 18. Januar 2017

Freiwillige Feuerwehr Stuttgart

In Stuttgart sind 1.100 freiwillige Feuerwehrleute in 24 Abteilungen aktiv. Sie sind voll ins Einsatzgeschehen eingebunden und teilweise mit Spezialaufgaben betraut. Die Stadt weiß das zu schätzen: Für jede geleistete und angefangene Einsatzstunde bezahlt sie den Ehrenamtlichen der Freiwilligen Feuerwehr Stuttgart zehn Euro.

Klaus Dalferth steht an der Spitze der Stuttgarter Feuerwehren – zumindest auf Vereinsebene: Der 57-jährige selbstständige Unternehmensberater ist Vorsitzender des Stadtfeuerwehrverbands. Zu diesem zählt nicht nur die Freiwillige Feuerwehr Stuttgart mit ihren 23 Stadtteil-Feuerwehren und der Logistik-Einheit, sondern auch drei Werkfeuerwehren und die Berufsfeuerwehr. „Die Funktion des Stadtbrandmeisters oder Chefs der freiwilligen Feuerwehr gibt es in Stuttgart nicht“, erklärt Dalferth. „Ich versuche vielmehr, die insgesamt rund 1.100 Freiwilligen zu koordinieren und ihnen als Einheit eine Stimme zu geben.“

Im operativen Einsatzdienst hat der Vorsitzende des Stadtfeuerwehrverbandes nichts zu sagen. Für Dalferth ist das aber nicht schlimm: „Als stellvertretender Kommandant einer freiwilligen Einheit bin ich noch nah dran und verliere nicht die Bodenhaftung.“

Die Führung liegt im Einsatz beim Kommandanten der FF. Und wenn die BF beteiligt ist, hat deren Leitungsdienst „den Hut auf“. „Das System hat auch den Vorteil, dass ich gegenüber den politischen Parteien und der Verwaltung ganz anders auftreten kann“, meint Dalferth. „Dort werde ich als Sprecher eines Vereins mit weit über 2.300 Mitgliedern wahrgenommen – auch wenn es mal zu deutlichen Worten kommen muss.“ Aus einsatztaktischen Führungsdiskussionen und Personalangelegenheiten der Branddirektion hält er sich weitgehend raus.

Kurioser könnten die Verflechtungen verschiedener Amtsinhaber dennoch kaum sein: Dr. Frank Knödler ist als BF-Chef Mitglied im Vorstand des Stadtfeuerwehrverbands und Klaus Dalferth mit dem Stadtfeuerwehrverband Mitglied im Landesfeuerwehrverband Baden-Württemberg. Dessen Präsident ist wiederum Dr. Knödler. „Das ist zwar manchmal problematisch. Aber durch diese Konstellation ist es auch einfacher, im Stadtfeuerwehrverband Dinge umzusetzen, die auf Landesebene gefordert werden“, sagt der 57-Jährige.

Dalferth kam bereits mit neun Jahren zur Feuerwehr, genauer: zur Feuerwehrmusik. Noch heute ist er der Geschäftsführer des einzigen Stuttgarter Feuerwehrmusikzuges im Stadtteil Wangen, wo er auch als stellvertretender Abteilungskommandant fungiert. Seit 2004 steht Dalferth an der Spitze des Zusammenschlusses aller Stuttgarter Feuerwehren.

Manche FF ist vor der BF an der Einsatzstelle

„In Stuttgart sind die freiwilligen Feuerwehren sehr gut in das operative Geschäft eingebunden. Das ist in anderen, vergleichbaren Städten nicht immer der Fall“, weiß Dalferth. „Natürlich gibt es auch bei uns die besonders Eifrigen, die die Rolle einer BF nicht so richtig akzeptieren können. Aber da können wir gut mit umgehen. Ich bin als Führungskraft im Einsatz froh, mich in besonderen Situationen auf die BF verlassen zu können. Es ist einfach beruhigend, dass die Leitstelle Kräfte alarmieren kann, die das Geschäft richtig gelernt haben und täglich als Feuerwehrleute arbeiten.“

Die jetzige Situation sieht Dalferth sehr entspannt: „So wie vereinzelt woanders auch, gab es in früheren Jahrenauch hier die Situation, dass die Freiwilligen nur gerufen wurden, um die Schläuche wieder einzurollen oder eine Brandstelle aufzuräumen.“ Das habe sich aber schon seit langem geändert.

Heute ist der freiwillige Feuerwehrmann in Stuttgart vom Berufsfeuerwehrmann optisch nicht zu unterscheiden. Im Einsatz tragen alle die gleiche Schutzkleidung mit der Kollerbeschriftung „Feuerwehr Stuttgart“. Lediglich an der Ausgehuniform wird durch das Ärmelabzeichen die Zugehörigkeit deutlich. „Das einheitliche Auftreten an der Einsatzstelle ist durchaus ein Spagat“, meint Sebastian Fischer, stellvertretender Leiter der Abteilung Einsatz und zuständig für die Öffentlichkeitsarbeit. „Einerseits ist es wichtig, das ehrenamtliche Engagement herauszustellen. Andererseits wollen wir verdeutlichen, dass Ehren- und Hauptamtliche…

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Freiwillige Feuerwehr Stuttgart: eDossier

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