Samstag, 3. Dezember 2016

Freiwillige Feuerwehr Erding

Drei Feuerwehren sorgen für die Sicherheit der 37.000 Menschen in Erding (BY). Die Standorte der Feuerwehr Erding und Feuerwehr Altenerding fahren zusätzlich noch First Responder-Einsätze, der Einsatzleitwagen rückt kreisweit aus und die Wasserwacht wird unterstützt. Das eDossier „FF Erding“ zeigt, wie die Erdinger die Aufgabenfülle meistern und welche Fahrzeuge ihnen dafür zur Verfügung stehen.

„In den meisten Städten in Bayern, die von der Größe mit Erding vergleichbar sind, sieht es etwas anders aus als bei uns“, erklärt Manfred Kordick, Kommandant der Feuerwehr Erding. Häufig gibt es eine große Feuerwehr und mehrere kleinere Ortsfeuerwehren. Nicht so in Erding. In der oberbayerischen Stadt mit rund 37.000 Einwohnern gibt es nur drei Wehren: die Feuerwehren Erding, Altenerding und Langengeisling. Und das seit der Gebietsreform am 1. Mai 1978.

Die bis dahin eigenständigen Gemeinden Altenerding und Langengeisling wurden damals in die Stadt Erding eingemeindet. „Im Eingemeindungsvertrag hat man seinerzeit den drei Wehren die weitere Eigenständigkeit zugesichert“, erklärt Stephan Stanglmaier, Kommandant der Feuerwehr Altenerding. Die Ortsteile Erding und Altenerding sind heute fast vollständig zusammengewachsen. Auch die Einsatzgebiete der beiden Feuerwehren gehen fließend ineinander über.

Insgesamt 421 Einsätze haben die Erdinger Wehren 2013 abgearbeitet. „Für eine rein ehrenamtlich aufgestellte Feuerwehr ist das eigentlich nicht mehr machbar“, gesteht Kordick. „Wir haben uns daher schon früh mit allen Verantwortlichen zusammengesetzt, um eine praktikable Lösung zu finden“, berichten die zwei Kommandanten. Beide Feuerwehrhäuser liegen optimal im Stadtgebiet verteilt. Der Standort der Feuerwehr Erding befindet sich in der Lebzelterstraße 1 am nördlichen Rand der Altstadt.

Von hier aus erreichen die Kräfte nach nur 300 Metern Fahrt in Richtung Süden den engen und feuerwehrtechnisch kritischen Bereich der Stadt. Die FF Erding zählt derzeit 92 aktive Kameraden. „Rücken wir von der Wache nach Norden ab, sind wir ebenfalls nach etwa 300 Metern auf der Anton-Bruckner-Straße“, erklärt Kordick. Diese Staatsstraße quert das Stadtgebiet im Norden und verbindet zwei der Hauptverkehrsadern: die Flughafentangente im Westen und die Bundesstraße B 388 im Osten.

Die zentrale Lage bringt aber auch einen großen Nachteil mit sich. Es gibt an diesem Standort definitiv keine Möglichkeiten mehr, die Wache zu erweitern. Und das wird auf kurz oder lang wohl nötig sein. Zehn Fahrzeugstellplätze gibt es – die Waschhalle bereits mitgezählt. Zum Fuhrpark gehören aber elf Fahrzeuge, sechs Anhänger und vier Abrollbehälter (AB). An einigen Stellen geht es ganz schön eng zu. Die Verantwortlichen überlegen, den Standort des Erdinger Feuerwehrhauses auf die andere Seite der Staatsstraße zu verlegen. „Aber ob und wann das so kommt, ist noch nicht spruchreif“, so Kordick.

Drei hauptamtliche Gerätewarte in Erding

Um die ehrenamtlichen Kräfte zu entlasten, sind drei hauptamtliche Gerätewarte bei der Stadt Erding angestellt. Zwei von ihnen sind Michael Neumaier und Benjamin Löffelmann. Sie übernehmen die Wartung und Pflege der Geräte und führen die vorgeschriebenen Prüfungen durch. „Wir halten den ehrenamtlichen Kameraden den Rücken frei“, sagt Löffelmann. Der 27-Jährige macht den Job seit sechs Jahren. Die Ehrenamtlichen sollen nach einem Einsatz möglichst schnell wieder an ihren Arbeitsplatz zurückkehren können oder noch die eine oder andere Mütze Schlaf bekommen. „In der Praxis sieht es nach einem Einsatz so aus, dass alle zusammen die Einsatzbereitschaft der Fahrzeuge wieder herstellen. Alle weiteren Arbeiten, wie das Reinigen der Gerätschaften, kleinere Reparaturen oder das Betanken der Fahrzeuge, übernehmen dann wir“, fügt Neumaier an. Er hat die zweite Gerätewartstelle in Erding im August 2013 übernommen und ist mit 26 Jahren ebenfalls ein junger hauptamtlicher Gerätewart.

Während Neumaier sich als gelernter Kfz-Mechatroniker in erster Linie um die Fahrzeuge und Geräte kümmert, ist Löffelmann als gelernter Schreiner für die Schlauchpflege verantwortlich. Die Anlage befindet sich hinter der Fahrzeughalle. „Sie ist zwar nicht mehr die Neueste, aber sie funktioniert“, sagt der „Schlauchwart“ mit einem Schmunzeln. Zum Waschen, Prüfen und wenn möglich auch Reparieren kommen alle Schläuche aus dem Stadtgebiet und von 27 Feuerwehren aus dem Umland nach Erding. Etwa 30.000 Meter Schlauch werden pro Jahr gewartet.

Steven Leise ist seit August 2013 der Dritte im Bunde. Er hat seinen Arbeitsplatz im Gerätehaus der Feuerwehr Altenerding. Je nach anfallender Arbeit unterstützen sich die drei Hauptamtlichen gegenseitig. Atemschutzgeräte werden nicht von ihnen betreut. „Alle Aufgaben, die normalerweise von einem Atemschutzgerätewart durchgeführt werden, übernimmt bei uns das Feuerwehr Service Zentrum (FSZ) des Landkreises“, erklärt Kommandant Kordick. Das FSZ ist auf dem Gelände der Feuerwache Erding eingerichtet. Hauptaufgabe ist der Betrieb der Atemschutzwerkstatt. Hier wird ein Großteil der Pressluftatmer (PA) aus dem Landkreis gewartet, gereinigt und geprüft. Sieben Kameraden aus verschiedenen Feuerwehren gehören zum Team. „Seit November 2013 haben wir mit Fabian Steiger sogar einen in Vollzeit angestellten Gerätewart“, erklärt Christian Seifert, der für das Zentrum verantwortliche Kreisbrandmeister (KBM).

Auch die Atemschutzausbildung sowie Jahresübungen finden hier statt. Neben der klassischen Kriechstrecke gibt es auch einen Bereich, in dem Heißausbildung möglich ist. Weitere Aufgaben des FSZ sind die Prüfung und Pflege der Chemiekalienschutzanzüge (CSA) sowie die Reinigung der Einsatzkleidung. Außerdem erfolgt hier die Prüfung der Ausrüstung für die Absturzsicherung, der Hebekissen und Sprungretter. Über das FSZ läuft die zentrale Beschaffung von Einsatzkleidung, Schaummittel und Sanitätsmaterial für die First Responder-Einheiten…

Weiterlesen? Klicken Sie hier, um das eDossier „FF Erding“ herunterzuladen!

eDossier: Feuerwehr_Erding

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