Sonntag, 26. März 2017

Freiwillige Feuerwehr Duisburg

Im Zuge der kommunalen Neugliederung fusionierten 1975 die freiwilligen Feuerwehren von „Alt-Duisburg“ und der neu hinzu gekommenen Stadtteile zur Freiwilligen Feuerwehr Duisburg. Doch bis heute sind die Einheiten noch nicht endgültig zusammengewachsen. Wir berichten, wie sich die FF Duisburg in einem von Finanznot geprägten Umfeld behauptet und was den Aktiven besonders zu schaffen macht.

„Die Alarmmeldung lautete ‚Pkw-Brand auf der Schrottinsel‘, doch als wir wenige Minuten später eintrafen, hatte das Feuer bereits auf einen etwa 80 mal 25 Meter großen und 15 Meter hohen Schrottberg aus gepressten Karosserien, Gummireifen und Kunststoff übergegriffen“, erinnert sich Brandoberamtsrat Bernd Augsburg, Wachvorsteher der Duisburger Hauptfeuerwache. „Uns war sofort klar, dass ein Brand dieser Größenordnung nur von der Berufs- und freiwilligen Feuerwehr gemeinsam bekämpft werden konnte. Deshalb haben wir bereits zehn Minuten nach Einsatzbeginn die erste FF alarmiert. Im Laufe des 36-stündigen Einsatzes benötigten wir die gesamte BF sowie alle Löschzüge der FF, um das Feuer zu löschen.“

Zurzeit besteht die FF Duisburg aus 26 Löschgruppen, die auf 20 Standorte (Gerätehäuser) verteilt sind. Sie bilden 13 Löschzüge. „Hauptsächlich unterstützen die Freiwilligen die BF bei Großschadenslagen und besetzen deren Wachen, wenn die hauptamtlichen Kräfte durch längere Ein­sätze gebunden sind“, berichtet Branddirektor Martin Spehr, Abteilungsleiter Tech­nik und FF der Feuerwehr Duisburg. Dabei sind die Einheiten aus einsatztaktischen Gründen in Erstausrücker, Zweitausrücker und Nachrücker unterteilt.

„Die Ortsteile Baerl, Mündelheim und Rumeln-Kaldenhausen liegen außerhalb des Sieben-Minuten-Fahrzeitbereichs der nächstgelegenen BF-Wache. Deshalb alarmieren wir die FF dort gleichzeitig mit der BF“, erklärt Brandoberinspektor Dieter Stradmann, der Sprecher der FF. „Diese so genannten Erstausrücker sind darauf vorbereitet, dass sie bis zum Eintreffen der BF auf sich alleine gestellt sind. Kleinere Einsätze arbeiten sie auch selbständig ab.“ Stradmann freut besonders, dass die zum Ausrücken erforderliche Mindeststärke aufgrund der hohen Motivation der Kameraden und dank verständnisvoller Arbeitgeber meist schnell erreicht wird.

Zweitausrücker sind Einheiten, die in Stadtteilen außerhalb des Zwölf-Minuten-Fahrbereichs der übernächsten BF-Wache liegen. Sie werden ab dem Einsatzstichwort „Brand 2“ (Wohnungs-, Keller-, Dachstuhl- oder vergleichbarer Brand) zeitgleich mit der BF alarmiert. „Nach dem Neubau der Feuer- und Rettungswache 5 der BF sind die Löschzüge 650/Friemersheim und 730/Huckingen die einzigen Einheiten im Stadtgebiet, die noch als Zweitausrücker alarmiert werden“, so Stradmann.

Alle anderen Löschzüge der FF bilden die sogenannten Nachrücker. Sie werden hauptsächlich zur Besetzung der BF-Wachen bei längeren Einsätzen eingesetzt. Alarmiert werden sie nur, wenn bereits zwei Löscheinheiten der BF im Einsatz sind und eine dritte Löscheinheit benötigt wird, oder eine Alarmierung direkt mit dem Einsatzstichwort „Brand 3“ erfolgt.

Rund 550 Aktive in der FF

„2013 wurden die Kameraden der FF Duisburg zu mehr als 450 Brandeinsätzen und Technischen Hilfeleistungen alarmiert, wobei sich die Einsatzzahlen gegenüber den  letzten Jahren deutlich erhöht haben“, berichtet Leitender Branddirektor Uwe Zimmermann, Amtsleiter Feuerwehr und Zivilschutzamt. „Der FF gehören 868 Personen an. Von diesen sind 531 in den Löschzügen aktiv, darunter 27 Frauen. 24 weitere Personen sind nur Angehörige unserer Sondereinheiten. 182 Ehemalige bilden die Ehrenabteilung. Darüber hinaus haben wir eine 116 Jungen und 15 Mädchen starke Jugendfeuerwehr.“ Dabei haben sich die Mitgliederzahlen in der JF in den letzten Jahren sehr erfreulich entwickelt. „In manchen Einheiten gibt es sogar Wartelisten für eine Aufnahme in die Jugendfeuerwehr“, so Spehr.

Von jedem aktiven Mitglied der FF erwartet die Wehrführung neben der Teilnahme an Einsätzen eine funktionsgerechte und regelmäßige Weiterbildung. „Jeder Aktive soll sich nach Abschluss der Truppmannausbildung jährlich mindestens 40 Stunden am Standort fortbilden“, betont Spehr. „Nur so kann die Einsatzbereitschaft erhalten und der erworbene Leistungsstand ständig ausgebaut werden.“ Aus diesem Grund bietet die Duisburger Feuerwehrschule jedes Jahr mehr als 40 verschiedene Lehrgänge und Fortbildungen für Angehörige der FF an. Zum Angebot gehören auch mehrmals im Jahr Übungen in einer Wärmegewöhnungsanlage unter Realbrandbedingungen.

Alle Einsätze der Feuerwehr Duisburg werden von der rund um die Uhr besetzten Leitstelle in der Feuer- und Rettungswache (FRW) 1 disponiert. „Die acht Kollegen der BF koordinieren jährlich rund 65.000 Rettungsdienst- sowie etwa 5.000 Feuer- und Hilfeleistungseinsätze“, berichtet Zimmermann. Alle Einsatzkräfte der BF und FF werden über Wachalarm und digitale Meldeempfänger (DME) alarmiert…

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Feuerwehr Duisburg: eDossier.

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