Mittwoch, 28. September 2016

Feuerwehr-Kran der BF Kassel

Kasseler Feuerwehrleute bauten einen gebrauchten zivilen Kran für die Belange der Feuerwehr um. Damit sparten sie fast eine Million Euro gegenüber einem Neufahrzeug ein.

Was muss ein Kran bei der Feuerwehr zwangsläufig leisten? Worauf kann verzichtet werden? Bei der Berufsfeuerwehr Kassel gingen die Beschaffer beim Ersatz für den 1981 gebauten Feuerwehrkran (FwK) neue Wege und beschränkten sich auf ein Minimum dessen, was einschlägige Empfehlungen eigentlich vorsehen. Sie kauften ein gebrauchtes Zivilfahrzeug, bauten es in Eigenregie zum Einsatzfahrzeug um und sparten damit Geld. Und zwar so viel, dass es für drei gut ausgestattete Hilfeleistungs-Löschgruppenfahrzeuge (HLF) reichen würde.

An modernen HLF mangelt es in Kassel glücklicherweise nicht – im Gegensatz zum Vorgänger des jetzt in Dienst gestellten Krans. Der hätte auch schon mit einem H-Kennzeichen für Oldtimer ausrücken dürfen. Allerdings will die hessische Stadt (193.000 Einwohner) bis 2018 schuldenfrei sein – da kam ein Neukauf dieses Einsatzmittels nicht in Frage. Immerhin schlägt ein der Fachempfehlung des Deutschen Feuerwehrverbandes entsprechender neuer FwK mit rund 1,2 Millionen Euro zu Buche. Dagegen kostete der 2003 gebaute „neue“ Kranwagen der Kasseler Feuerwehr inklusive Umbau nur 180.000 Euro – wahrlich ein Schnäppchen.

Die Idee für das Spar-Modell hatte Tobias Winter, der Leiter der technischen Abteilung der Feuerwehr Kassel. „Unser alter Kran war in den vergangenen Jahren fast öfter defekt als einsatzbereit. Außerdem wurden die Ersatzteile knapp. Wir brauchten eine Lösung, mussten aber mit einem geringen Etat auskommen.“ Unter anderem bei den Feuerwehren Hamburg, Berlin und Stuttgart hörte er sich um, welche technischen Details der dort eingesetzten Kräne im Einsatzdienst tatsächlich benötigt werden. Und vor allem, welche so gut wie gar nicht zum Einsatz kommen.

Winter stellte ein entsprechendes Pflichtenheft zusammen und suchte nach einem gebrauchten Fahrzeug. „Einen Markt für gebrauchte Feuerwehrkräne gibt es nicht, die Fahrzeuge sind meistens so lange im Dienst, bis sie nicht mehr funktionieren. Wir haben also nach einem zivilen Fahrzeug Ausschau gehalten, das unseren Anforderungen nahe kam“, sagt Winter.

Ein Kran in THW-Farbe für die Feuerwehr

Bei einer Fachwerkstatt im Harz wurde Winter schließlich fündig. Ein dreiachsiger Kran von Grove (ehemals Krupp-Ardelt, Wilhelmshaven) stand dort zum Verkauf. In seiner blauen Lackierung wäre er beinahe ideal für das Technische Hilfswerk (THW) gewesen. „Bei uns im Haus gab es eine lebhafte Diskussion, immerhin war es das erste Mal, dass unsere Feuerwehr den Kauf eines gebrauchten Fahrzeugs plante“, erinnert sich Winter.

Doch der Abteilungsleiter überzeugte die Verantwortlichen mit seinem Konzept. Gemeinsam mit den drei Feuerwehrkollegen Josef Bacher, Carsten Lippenat und Frank Hesse sowie dem Chef der Fachwerkstatt realisierte er den nötigen Umbau in Eigenleistung, unterstützt durch einen Monteur von Grove und einen Lackierer.

„Wir haben den Kran extra in der Werkstatt im Harz stehen gelassen und sind lieber eine Stunde dorthin gefahren, wenn wir am Fahrzeug arbeiten wollten. So blieb den zweifelnden Kollegen der Anblick erspart, den der Kran anfangs bot. Und wir mussten nicht in noch tiefere Diskussionen einsteigen“, sagt Winter. Denn eine Augenweide war das zehn Jahre alte Fahrzeug seinerzeit nicht. Doch die Eigenleistungen haben sich gelohnt, wie das Ergebnis zeigt. Zwei Monate dauerte der Umbau, ehe das Fahrzeug im Sommer nach rund zwei Monaten Schulung und Einweisung einsatzbereit war. Während des Umbaus wurden allein im Bedienfeld rund 40 Schalter …

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FM_eDossier2015_FW-Kran_BF_Kassel

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