Samstag, 10. Dezember 2016

Drehleiter-Unfall: Lehren aus Unfällen

Immer wieder kommt es bei Übungen und Einsätzen zu Unfällen mit Hubrettungsfahrzeugen wie etwa Drehleitern. Technische Defekte, unvorschriftsmäßige Bedienung, aber auch Nichteinhaltung von Sicherheitsvorgaben können Ursachen für die Unfälle sein. Das Team von Drehleiter.info beleuchtet einige markante Unfälle und gibt Tipps zur Prävention.

Für den sicheren Einsatz von Hubrettungsfahrzeugen ist eine umfassende Ausbildung der Besatzung notwendig. „Die Ausbildung sollte mindestens 35 Stunden betragen und die Inhalte des Musterausbildungsplans der Projektgruppe Feuerwehr-Dienstvorschriften zum Ziel haben“, sagt Jan Ole Unger, einer der Köpfe von Drehleiter.info. Eine Gefährdungsbeurteilung, die die Feuerwehr verpflichtend für ihre Drehleiter oder Hubarbeitsbühne zu erstellen hat, zeigt die Gefährdungen auf, die im Betrieb mit der Maschine auftreten können. Die Einhaltung der Feuerwehr-Dienstvorschriften, der gültigen Unfallverhütungsvorschriften, der Betriebsanweisungen aus der Bedienungsanleitung des Hubrettungsfahrzeugs und der Sicherheitshinweise in der HAUS-Regel (Hindernisse, Abstände, Untergründe, Sicherheit) tragen zu einem verletzungsfreien Einsatz bei.

„Bei einigen Unfällen in der Vergangenheit sind Feuerwehreinsatzkräfte verletzt und getötet worden“, so Unger. Drehleiter.info dokumentiert im Internet seit 2005 alle bekannt gewordenen Unfälle, die im Zusammenhang mit Drehleitern und Hubarbeitsbühnen geschehen sind. „Wir wollen mit unserer Initiative die Ausbildung und den Einsatz mit Hubrettungsfahrzeugen sicherer machen“, erklärt Unger. „Aus den Vorfällen der Vergangenheit müssen die richtigen Schlüsse gezogen werden, um so Unfälle wirksam verhindern zu können.

Stromschlag im Drehleiterkorb

Am 15. Dezember 2010 kam es im zehn Kilometer nördlich der Stadt Nantes (Frankreich) gelegenen Treillières bei einer Brandbekämpfung in einem Autohaus zu einem Unfall mit einer Drehleiter. Der Korb wurde laut einer Stellungnahme des Service Départemental d‘Incendie et de Secours de Loire Atlantique (SDIS 44) zur Brandbekämpfung in einem stark verrauchten und undurchsichtigen Bereich bewegt. Über der Einsatzstelle befand sich eine Freileitung. Die beiden Feuerwehrmänner im Korb trugen umluftunabhängigen Atemschutz. Die Brandbekämpfung führten sie mit einem handgeführten Strahlrohr durch.

Gegen 23 Uhr gab es einen Lichtbogen, der die beiden Feuerwehrmänner der Feuerwache Saint-Herblain im Korb tötete. Eine Reanimation der 25 und 31 Jahre alten Kollegen blieb erfolglos. Als Unfallursache wird der Wasserstrahl, der die Freileitung getroffen hat, oder das Berühren der Freileitung von einer der beiden Einsatzkräfte mit dem Helm vermutet. Fest steht, dass die Einsatzkräfte sich deutlich näher als fünf Meter zur Hochspannungsleitung befanden.

Lehren aus diesem Unfall: Spannungsführende Leitungen sicher erkunden! Abstände zu elektrischen Freileitungen einhalten! Hier geben die DIN VDE 0132 und die HAUS-Regel notwendige Hinweise. Der Merker für den ersten Teil der HAUS-Regel (Hindernisse – Hochschauen) beinhaltet einen häufig vernachlässigten, aber wichtigen Aspekt bei der Festlegung der Aufstellfläche für ein Hubrettungsfahrzeug: Ist eine elektrische Freileitung als Hindernis ausgemacht, kommt das S für Sicherheit ins Spiel. In der HAUS-Regel heißt es dazu: Spannungsführende Freileitungen können für die Besatzung eines Hubrettungsfahrzeuges eine erhebliche Gefahr darstellen. Besonders bei Dunkelheit sind Freileitungen schlecht zu erkennen und es kann schnell zu einer zu dichten Annäherung oder Berührung kommen. Der Einsatzleiter sollte über die Feuerwehrleitstelle veranlassen, dass die Leitung freigeschaltet und geerdet wird. Kann eine Spannungsfreiheit der betreffenden Leitung nicht sofort gewährleistet werden, muss ein Sicherheitsabstand eingehalten werden. Als Sicherheitsabstände gelten nach der DIN VDE 0132 : 2012-08 folgende Richtwerte…

Weiterlesen? Klicken Sie hier um das eDossier „Ausbildung Hubrettungsfahrzeuge – Lehren aus typischen Unfällen“ herunterzuladen!

eDossier: Unfälle mit Drehleiter und anderen Hubrettungsfahrzeugen.

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