Samstag, 10. Dezember 2016

Die Hintergründe der HAUS-Regel

27. November 2014 von  

Die HAUS-Regel ist ein Leitfaden für den Ausbildungs- und Einsatzdienst. Sie ist das dritte Element des Einsatzschemas für Hubrettungsfahrzeuge und fasst alle wichtigen Handlungen zur schnellen und richtigen Positionierung des Fahrzeugs in einer logischen Abfolge zusammen. So trägt die Regel dazu bei, die Stressbelastung der Besatzung im Einsatz zu reduzieren. Vorteilhaft: Die Regel gilt für alle Hubrettungsfahrzeuge von Feuerwehren.

Das „HAUS“ in der gleichnamigen Regel steht für Hindernisse, Abstände, Untergrund und Sicherheit. Diese Punkte gilt es, bei der Positionierung eines Hubrettungsfahrzeugs in dieser Reihenfolge zu beachten. Dabei spielt es keine Rolle, ob es sich um eine Menschenrettung, Anleiterbereitschaft, Brandbekämpfung oder Technische Hilfeleistung handelt. Sie gilt für alle Anleiterarten („Frontal“, „Horizontal-Flucht“ oder „Vertikal-Flucht“).

H steht für Hindernisse. Hindernisse können den Einsatz von Hubrettungsfahrzeugen einschränken oder gar komplett verhindern. Sie müssen zu Beginn des Einsatzes erkannt, beurteilt und in der weiteren Planung berücksichtigt werden. Das Festlegen der Standfläche für das Hubrettungsfahrzeug wird durch Hindernisse maßgeblich beeinflusst. Viele Hindernisse können bereits auf der Anfahrt beziehungsweise beim Eintreffen an der Einsatzstelle ausgemacht werden.

Manche Hindernisse können den Anleiterweg so versperren, dass die Ausladung des Leitersatzes beziehungsweise des Hubarmes nicht ausreicht, um das Anleiterziel zu erreichen. Dazu gehören zum Beispiel:

  • Vegetation,
  • Brücken und Überführungen,
  • Ampel- und Laternenmasten,
  • Mauern, Zäune und Verkehrspoller.

Parkende Fahrzeuge, versperrte Feuerwehrzufahrten und Einsatzfahrzeuge können die Zufahrt zur Einsatzstelle blockieren, sodass ein Einsatz unmöglich wird. Insbesondere bei der Aufstellung von Einsatzfahrzeugen muss der Einsatzleiter darauf achten, dass eine ungehinderte Zufahrt für ein Hubrettungsfahrzeug möglich bleibt. Weiterhin sollte er darauf achten, dass Hubrettungsfahrzeuge – je nach Lage – vor anderen Einsatzfahrzeugen in eine Sackgasse oder in eine enge Straße zur Einsatzstelle einfahren.

Hubarbeitsbühnen muss ausreichend Raum für eine Inbetriebnahme des Auslegers zur Verfügung stehen. Der Hubarm muss – ohne Sicherheitseinrichtungen zu überbrücken – mindestens 40 Grad aufgerichtet und der Korbarm um zirka 50 Grad vom Hubarm abgewinkelt werden können.

Auch das eigene Hubrettungsfahrzeug kann, falsch positioniert, ein Hindernis darstellen. Gerade beim Einsatz in geringer Rettungshöhe oder unterflur können die Anstoßsicherungen am Fahrerhaus einen Einsatz zunichte machen und den Ausleger blockieren. Sinnvoll ist es, bei derartigen Einsatzlagen möglichst über das Heck anzuleitern.

Elektrische Freileitungen sind besonders gefährliche Hindernisse. Gerade bei schlechten Sichtverhältnissen können die teilweise dünnen Leitungen leicht übersehen werden. Die Sicherheitsabstände nach DIN VDE 0132 gelten für den Rettungskorb, den Ausleger und für die darin befindlichen Personen. Elektrische Leitungen, die sich im Bewegungsbereich des Auslegers befinden, müssen abgeschaltet und geerdet werden. Ist dies nicht möglich und können Sicherheitsabstände nicht eingehalten werden, muss ein anderer Standort für das Hubrettungsfahrzeug bestimmt werden.

A steht für Abstände. Damit die Standfläche für ein Hubrettungsfahrzeug optimal bestimmt werden kann, müssen verschiedene Abstände zum Einsatz-Objekt und zu vorhandenen Hindernissen eingehalten werden. Diese Abstände werden nicht zuletzt durch die Bauform des Hubrettungsfahrzeugs vorgegeben.

Es kann ein Regel-Abstandsplan zugrunde gelegt werden, der sowohl für die meisten Drehleitern der 30-Meter-Klasse als auch für die entsprechenden Pendants der Hubarbeitsbühnen…

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eDossier: HAUS-Regel.

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