Mittwoch, 24. August 2016

Bundeswehr-Feuerwehr: Deutschlands zweitgrößte Berufsfeuerwehr im Portrait

Die Bundeswehr-Feuerwehr positioniert sich als zweitgrößte Berufsfeuerwehr in Deutschland – hinter der Berliner Feuerwehr. Sie verfügt über sehr spezielle Wachen. Ihre Aufgaben reichen von der Flächen- bis zur Flugzeugbrandbekämpfung. Wir haben im Zentrum Brandschutz der Bundeswehr in Sonthofen (BY) hinter die Kulissen geguckt und stellen die neue Struktur vor.

Stillgestanden? Das war einmal. Die Feuerwehr der Bundeswehr ist personell, technisch und mit ihrem bislang militärisch geprägten Selbstverständnis in Bewegung geraten. Dabei hat das Führungsteam unter der Leitung von Oberst Michael Schuch das Rad einer zivil orientierten Berufsfeuerwehr-Struktur nicht neu erfunden. „Wir haben ganz einfach mal geguckt, wie es draußen bei den anderen Berufsfeuerwehren läuft“, beschreibt Brandamtmann und Pressebeauftragter Sören Börner, wie der Entwicklungsprozess im Jahr 2013 begann. Heute verfügt die Bundeswehr-Feuerwehr über etwa 3.050 Kräfte an 72 Standorten.

Aber warum setzt die Bundeswehr überhaupt auf eigene Brandschutzkräfte für die Sicherstellung der Gefahrenabwehr? Können diese Aufgaben nicht kommunale Feuerwehren ausführen? Beide Fragen beantworten sich zum einen durch militärische Geheimhaltungsgründe. Zum anderen bestehen an den Standorten besondere Gefahrenpotentiale, die wie bei Werkfeuerwehren spezielles Wissen bei den Kräften voraussetzen.

Vom hoheitlichen Auftrag her betrachtet, aber auch angesichts der konkreten Einsatz- und Ausbildungsanforderungen gibt es weitaus mehr Alleinstellungsmerkmale, als ein Außenstehender zunächst glauben mag. Ganz grundsätzlich, betonen die Verantwortlichen, durchlaufe jeder Brandmeister-Anwärter exakt die gleiche Ausbildung wie überall in Deutschland.

Aufgesattelt auf die Standardausbildung sind jedoch zusätzliche Qualifikationen zu erwerben, die den Bundeswehr-Feuerwehrmann zum Spezialisten für die jeweilige Einheit werden lassen.

Spezielle Gefahren an den Stützpunkten

Sie kommen schließlich an einem sicherheitssensiblen Arbeitsplatz zum Einsatz, der strenge Vorschriften umfasst. Gerade Berufsfeuerwehrangehörige bei der Bundeswehr unterliegen besonderen militärischen Sicherheits- und Geheimhaltungsbedingungen. Normalerweise sind Gefahrenabwehr und Brandschutz die Angelegenheiten der Länder. Aus der Kompetenz für die Verteidigung resultiert jedoch eine eigene Zuständigkeit für den Abwehrenden Brandschutz – in Bezug auf den militärischen Geheimschutz, die Durchführung des militärischen Auftrags und den Umgang mit dem militärischen Gefahrenpotenzial.

Spezielle Kenntnisse erfordern beispielsweise Zwischenfälle in den Marinestützpunkten oder die Brandbekämpfung bei Flugunfällen. Auf den Flugplätzen der Luftwaffe muss die Feuerwehr die Sicherung von Waffensystemen oder des Schleudersitzes eines Eurofighters ebenso beherrschen wie mögliche Brände von Tankanlagen oder Betankungssystemen. Außerdem muss hier immer mit Zwischenfällen im Flugbetrieb gerechnet werden.

Auf den Schiffen der Bundesmarine ist auf hoher See die Besatzung eines Schiffes zwar für den Brandschutz selbst verantwortlich. In den Häfen übernehmen aber dann speziell ausgerichtete Feuerwachen der Bundeswehr den Brandschutz. Eine der besonderen Aufgaben: Brandbekämpfung im Inneren von U-Booten.

Eine weitere Besonderheit im Aufgabengebiet der Bundeswehr-Feuerwehr sind so genannte Untertageanlagen: In weitläufigen unterirdischen Depots und Bunkeranlagen müssen Mannschaft und Material geschützt werden. Hier gehen die Kräfte ähnlich vor wie eine Grubenwehr.

Wesentliche Unterscheidungsmerkmale zu einer öffentlichen Feuerwehr bestehen auch im Bereich Technische Hilfeleistung. Bei der Bundeswehr gilt es, Rettungsverfahren bei Flugzeugen oder gepanzerten Fahrzeugen zu beherrschen.

Nicht zu vergessen: die Gefahren auf den Truppenübungsplätzen. Verschossene, aber nicht explodierte Munition kann immer noch brandgefährlich sein. Was wie ein harmloser Wald- und Wiesenbrand aussieht, ist für die vorgehenden Kräfte sehr häufig eine gefährliche Tätigkeit. Insbesondere die Gefahr durch zum Teil Jahrzehnte alte Blindgänger darf nicht unterschätzt werden.

Früher waren Soldaten die Brandschützer

Die alten Strukturen des Brandschutzes bei der Bundeswehr reichen weit zurück, bis in die Zeit des Kalten Krieges in den 1960er- bis 1980er-Jahren. Es gab damals, so erinnern sich altgediente Soldaten und frühere Feuerwehrangestellte, so gut wie keine Berührungspunkte mit den zivilen, sprich kommunalen Feuerwehren. Alles war militärisch integriert. In praktisch jeder Kaserne wurden mit Soldaten so genannte Selbstschutzzüge unterhalten. Diese Selbstschutzsoldaten waren vor allem darin geschult, nach feindlichen Luftangriffen Feuer zu bekämpfen und Kameraden zu retten.

Es gab viele unterschiedliche Zuständigkeiten im Brandschutz der Bundeswehr. Die Feuerwehren waren standortbezogen organisiert …

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FM_eDossier2015_Bundeswehr-FW

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