Berufsfeuerwehr Mannheim

Deutschlands zweitgrößter Binnenhafen, jede Menge Störfallbetriebe und eine Innenstadt, die in durchnummerierte Quadrate eingeteilt ist: Das Einsatzgebiet der Berufsfeuerwehr Mannheim hat es in sich. Daher sind Spezialisten gefragt. Etwa in der Tauchergruppe, die sich auf technische Hilfeleistung unter Wasser spezialisiert hat.

“Rund 20 Prozent aller Betriebe in Baden-Württemberg, denen laut Störfallverordnung wegen erhöhtem Gefahrenpotenzial erweiterte Pflichten auferlegt sind, finden sich in unserem Stadtgebiet”, sagt der Chef der Mannheimer Berufsfeuerwehr, Leitender Branddirektor Thomas Schmitt. Darunter fallen zum Beispiel Chemieunternehmen. “Mit Rhein und Neckar fließen zwei Bundeswasserstraßen durch Mannheim. Und unser Hafen ist nach Duisburg der zweitgrößte Binnenhafen in Deutschland.” Um diesen besonderen Anforderungen gerecht zu werden, hat sich die knapp 290 Mann starke Berufsfeuerwehr frühzeitig für die Spezialisierung der Mannschaft entschieden.

Brandrat Bernhard Kunkel, Abteilungsleiter Technik, betont: “Grundlagen wie Brandbekämpfung und technische Hilfeleistung muss natürlich jeder Mann beherrschen. Die Sonderausbildungen kommen dann dazu. Diese sind entweder extrem umfangreich, wie beispielsweise im Bereich Messen, oder sehr langwierig, wie bei den Bootsführern.” Um eine einigermaßen ausgewogenen Verteilung der zusätzlichen Belastung zu erreichen, sind die Sondereinheiten über alle drei Wachen der Berufsfeuerwehr verteilt.

Die Feuerwache (FW ) Mitte am Rand der Innenstadt ist nur rund 300 Meter vom Rheinufer entfernt. Da liegt es nahe, dass hier die beiden Sondereinheiten “Taucher” und “Löschboot” angesiedelt sind. Mindestens 30 ausgebildete Taucher sind unter den Männern der drei Wachabteilungen der FW Mitte. Mindestens vier von ihnen sind immer im Dienst. Sollten einmal wegen Krankheit oder Urlaub nicht genügend Taucher zu Verfügung stehen, werden Kollegen von einer der beiden dienstfreien Schichten eingesetzt. So wird auch bei längeren und umfangreichen Einsätzen verfahren. 22 Tauchereinsätze fuhr die Truppe im Jahr 2009.

Vier Taucher rund um die Uhr einsatzbereit

Bis ein Taucheranwärter in Mannheim fertiger Feuerwehrtaucher ist, vergehen bis zu 15 Monate. In dieser Zeit durchläuft er sowohl die Ausbildungen zum Rettungstaucher als auch zum Bergungstaucher. “Da die Kollegen gerade in Rhein und Neckar mit der Fließgeschwindigkeit der beiden Flüsse zurechtkommen müssen, wird jeder zusätzlich noch zum Strömungstaucher fortgebildet”, erklärt Oberbrandmeister (OBM) Markus Trommer, einer der Lehrtaucher.

Eine Spezialität der Mannheimer Taucher: die Technischen Hilfeleistungen (THL) unter Wasser. “Wir sind eine der wenigen Tauchergruppen in Deutschland, die mit hydraulischer Kettensäge, Bohrhammer oder Bohrmaschine unter Wasser arbeiten können”, so Trommer. Der Einsatz von Schere und Spreizer im Wasser ist in Mannheim schon selbstverständlich.

Das Taucher-Team besteht aus Signalmann, Tauchereinsatzführer und zwei Tauchern. Als Maschinist des Gerätewagens-Wasserrettung (GW-W ) dient der Signalmann. Hensel baute das Fahrzeug 2004 auf einem Mercedes Vario 815 4×4 auf. Im GW-W können sich die beiden Taucher bereits auf der Anfahrt mit ihrem Tauchanzug ausrüsten. In Mannheim sind dies meist Trockentauchanzüge. Diese sind teurer in der Anschaffung und schwieriger zu bedienen als Nasstauchanzüge. Dafür ermöglichen sie längere Taucheinsätze selbst bei niedrigen Temperaturen. “In Badegewässern oder bei Strömungsrettungen kann es aber auch vorkommen, dass wir mit Nassanzügen tauchen”, sagt Trommer.

75 Prozent der Einsätze der Mannheimer Feuerwehrtaucher finden im Rhein, im Neckar oder im Hafen statt. Zum Absperren der Einsatzstelle, für die Sicherheit der Taucher und die Unterstützung ihrer Arbeit kommt in diesen Fällen grundsätzlich das…

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