Donnerstag, 8. Dezember 2016

Berufsfeuerwehr Koblenz

Vater Rhein und Mutter Mosel nennen die Koblenzer die beiden Flüsse, die in ihrem Stadtgebiet ineinanderfließen. Die 130 Kräfte der Berufsfeuerwehr Koblenz haben zu den „Eltern“ ein ganz besonderes Verhältnis. Und das seit rund 100 Jahren. Ein 30 Meter langes Feuerlöschboot, Taucher und spezielle Technik werden vorgehalten, um bei Unglücken am oder auf dem Wasser sofort helfen zu können – und bei den jährlichen Hochwassern.

Einen Pegelstand von 7,70 Meter hatten die Wetter-Experten für Koblenz vorausgesagt. Doch so schlimm kam es letztlich doch nicht. Der Scheitelpunkt des Hochwassers an Rhein und Mosel erreichte am 10. Januar 2011 am Pegelhaus in der Nähe des Schlosses „nur“ 7,52 Meter. „Eine kritische Marke“, räumt Koblenz‘ Feuerwehrchef Branddirektor Wolfgang Schröder ein, „aber keine Katastrophe.“ Der Schiffsverkehr auf den Flüssen musste eingestellt werden. Im Stadtteil Neuendorf stand das Wasser fast einen Meter hoch. Straßen und Keller waren überflutet. Die Feuerwehr hatte Stege errichtet, damit die Neuendorfer trockenen Fußes zu ihren Häusern gelangen konnten.

Die Bürger konnten außerdem über das Bürgertelefon der Stadt einen Fahrdienst in Anspruch nehmen. Drei geländegängige Lkw von THW und Feuerwehr, unterstützt von drei Unimog der Bundeswehr, standen zur Verfügung. Nach Feuerwehrschätzungen waren rund 5.000 Einwohner vom Hochwasser betroffen.

Überflutet war auch ein Bereich am Rheinufer unweit des Kaiser-Wilhelm-Denkmals. Mit rund 2.500 Sandsäcken musste das Gelände gesichert werden. Insgesamt gab die Feuerwehr im Januar fast 7.000 Sandsäcke und 300 Tonnen Sand aus. „Wir stellen das Material kostenlos, aber Befüllen müssen die Bürger selbst“, erklärt Branddirektor Schröder. „Das hat auch einen erzieherischen Effekt.“ So ist sichergestellt, dass jeder nur die wirklich benötigte Anzahl mitnimmt. „Bei Älteren oder Menschen mit Behinderungen helfen wir natürlich“, ergänzt Feuerwehr-Pressesprecher Norbert Gras. Auch der Transport der Säcke ist Aufgabe der Bürger.

Das gesamte Material wird an einem zentralen Platz im Industriegebiet abgegeben. Die Feuerwehr transportiert Sand und Füllmaschinen dorthin, das THW steuert einen Radlader, einen Stapler und einen Kipper bei. Für die Beleuchtung des Platzes wird ein eigener Abrollbehälter vorgehalten. Auch das Material wie Böcke und Dielen für den Stegebau lagert in Containern. Alleine sieben AB-Stege gibt es in Koblenz. „Wir haben schon 1971 das erste Wechselladerfahrzeug beschafft“, berichtet Schröder stolz. „Da gehörte Koblenz bundesweit zu den Vorreitern.“ Heute verfügt die BF über drei Trägerfahrzeuge und 32 Behälter.

Hochwasser-Stützpunkt wird neu errichtet

Noch in diesem Jahr wird der zentrale Baubetriebshof der Stadt in Wallersheim fertig gestellt. Direkt angrenzend soll dann an der Fritz-Ludwig-Straße ein Feuerwehrstützpunkt errichtet werden. Die freiwilligen Feuerwehren Kesselheim, Metternich und Neuendorf werden hier zusammengezogen. Die Neuendorfer sind derzeit mit auf der Hauptfeuerwache untergebracht, da die Einheit erst 1984 gegründet worden war. Die Gerätehäuser in Kesselheim und Metternich entsprechen nicht mehr den heutigen Anforderungen. Neuendorf und Metternich sind zudem sehr kleine Wehren.

„Perspektivisch sollen die drei FF-Einheiten zu einer zusammenwachsen“, erklärt Schröder, der in Koblenz als Stadtfeuerwehrinspekteur auch Chef der 350 Kräfte der freiwilligen Feuerwehr in 14 Einheiten ist. Die Zusammenlegung ist nicht von oben angeordnet, sondern mit allen Beteiligten abgesprochen. „Alle machen mit“, betont Schröder, „und alle…

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Berufsfeuerwehr Koblenz: eDossier.

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